Neuer Kreiselternrat 2017–2019

Es gibt einen neuen Kreiselternrat im Landkreis Holzminden. Der neue Vorstand des Kreiselternrats besteht aus Simone Harland (Campe-Gymnasium Holzminden) als Vorsitzende, Stefan Alker (Schule am Hagedorn Deensen) als stellvertretender Vorsitzender sowie Anne-Marie Brockmann (Schule an der Weser Holzminden), Alexander Burose (OBS Stadtoldendorf) und Michaela Meier (GS Kirchbrak) als Beisitzende. Kontaktadressen und weitere Mitglieder finden Sie hier.

Thema der ersten Sitzung am 28. November 2017 war unter anderem die zum Teil desolate Unterrichtsversorgung an den allgemein- und berufsbildenden Schulen im Landkreis Holzminden. Die Prognose des Kultusministeriums zur Unterrichtsversorgung im Landkreis Holzminden für den Schuljahresbeginn im August 2017, die Sie in diesem Dokument finden, war schon bei Veröffentlichung überholt. Unter anderem wies die Landesschulbehörde das Campe-Gymnasium Holzminden an, 100 Unterrichtsstunden pro Woche (das entspricht ca. 4 Vollzeit-Lehrkräften am Gymnasium) an die Grundschulen im Landkreis abzuordnen. Auch andere Schulen wurden angewiesen, Lehrkräfte an weitere Schulen im Landkreis abzuordnen. An einigen weiterführenden Schulen im Landkreis findet aus Mangel an Fachlehrkräften kein oder nur eingeschränkt Fachunterricht vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern wie Chemie und Physik statt.

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Delegiertenwahl für den Kreiselternrat am 1.11.2017

Die Delegiertenwahl für den Kreiselternrat für die Grund-, Förder- und Oberschulen findet am Mittwoch, den 01.11.2017 um 19.00 Uhr in den Berufsbildenden Schulen Holzminden (Adresse: Von-Langen-Allee 5, 37603 Holzminden) statt.

Ich möchte die Eltern der Grund-, Förder- und Oberschulen, die auf ihren Schulelternratssitzungen als Delegierte für den Kreiselternrat gewählt wurden, hiermit auffordern, zu diesem Termin zu kommen, selbst wenn sie nicht Mitglied im Kreiselternrat werden möchten.

Der Grund: Es müssen mindestens 4 Delegierte der jeweiligen Schulform anwesend sein, damit eine Wahl der Mitglieder für den Kreiselternrat stattfinden kann. Ist dies nicht der Fall, ist die jeweilige Schulform nicht im Kreiselternrat vertreten. Dabei ist es ist wichtig, dass alle Schulformen im Kreiselternrat eine Stimme haben. Da sich bei den genannten Schulformen jetzt schon engagierte Eltern abzeichnen, die gerne Mitglied im Kreiselternrat werden möchten, wäre es schade, wenn keine Wahl stattfinden könnte.
Bei der letzten Wahl vor 2 Jahren waren etwa nicht genug Delegierte der Förderschulen anwesend, sodass die Förderschulen über zwei Jahre kein stimmberechtigtes Mitglied im Kreiselternrat hatten.

Bitte nehmen Sie Ihre Aufgabe ernst! Bitte kommen Sie zur Delegiertenwahl.

Für Fragen stehen Ihnen sowohl die derzeit noch amtierende Kreiselternratsvorsitzende sowie die Mitarbeiter des Amts für Bildung und Sport beim Landkreis gerne zur Verfügung.

 

Schulringtausch Stadt Holzminden – ergebnisoffene Prüfung auch alternativer Modelle

Kreiselternrat und Stadtelternrat Holzminden haben sich dafür ausgesprochen, sowohl das vorliegende Konzept zum Schulringtausch als auch alternative Modelle ergebnisoffen auf die Kosten prüfen zu lassen.  Es liegt ein Alternativ-Konzept von Prof. Dr. Rainer  Vahland vor, das auf eine Umfrage des Stadtelternrates vom Sommer 2016 zurückgeht. Nach dieser Umfrage hatten die Schulvorstände von Haupt-, Real- und Förderschule in der Liebigstraße und der Schulvorstand des Campe-Gymnasiums erklärt , dass für sie der Ringtausch nur die zweitbeste Lösung sei.

Bei dem Schulringtausch, den der Kreistag beschlossen hat, soll das Campe-Gymnasium in die Liebigstraße ziehen (zusammen mit der Kreisvolkshochschule) und die Liebigstraßenschulen in ein teilweise neu zu errichtendes Schulgebäude auf dem Gelände des Campe-Gymnasiums (Campe 2) am Billerbeck.

Prof. Vahland hat ein Alternativ-Modell entwickelt, bei dem alle Schulen an ihren bisherigen Standorten verbleiben können und das – den bisherigen Berechnungen von Prof. Vahland auf Grundlage der bislang ermittelten Zahlen für den Ringtausch zufolge – unter Umständen kostengünstiger realisiert werden könnte.  Dies ist jedoch zu prüfen. Und genau eine solche – und zwar ergebnisoffene – Prüfung fordern Kreis- und Stadtelternrat, um die Steuerzahler nicht mehr als nötig zu belasten und mehr Geld für die anderen weiterführenden Schulen zur Verfügung zu haben.

Damit alle Interessierten sich ein Bild vom Vahland-Modell machen können, hier die Präsentation von Prof. Vahland: alternativ-modell-zum-ringtausch

Ausweitung des Sozialtickets im ÖPNV

Antrag des Kreiselternrats für die erste Sitzung des Ausschusses Bildung, Kultur und Sport in der Legislaturperiode 2016 bis 2021 – Ausweitung des Sozialtickets

Das Sozialticket, das der Landkreis Holzminden zum Sommer 2016 eingeführt hat, wird rückwirkend zum zweiten Schulhalbjahr 2016/2017 auf Schülerinnen und Schüler ausgeweitet, die Klassenstufen 11 bis 13 besuchen, sowie auf Auszubildende, die die berufsbildenden Schulen besuchen – und zwar unabhängig von der Höhe des Einkommens der Erziehungsberechtigten bzw. der Auszubildenden selbst.

Begründung:
Die teuerste Monatskarte im sogenannten Ausbildungsverkehr in der Preisstufe 8 kostet derzeit (Stand: Oktober 2016) 127,50 Euro. Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und ihren Erziehungsberechtigten fällt es in vielen Fällen schwer, die Gebühren für die monatliche Busfahrkarte aufzubringen, obwohl ihr Einkommen oberhalb des Bedarfssatzes für das Sozialticket liegt. Das bedeutet daher unter Umständen auch, dass Schülerinnen/Schüler aus dem ländlichen Raum kein Abitur machen können, weil die Erziehungsberechtigten sich die Fahrtkosten nicht leisten können. Steuerlich absetzbar sind die Kosten für die Schülermonatskarte ebenfalls nicht, sodass es auch in dieser Hinsicht keinen Ausgleich gibt.

Die Einführung eines Sozialtickets für Schülerinnen und Schüler in den Klassenstufen 11 bis 13 und für Auszubildende ist im Rahmen der Chancengleichheit daher unabdingbar, so lange es für diese Personengruppen keine vollständige Befreiung von den Fahrtkosten gibt. Da der Landkreis Holzminden sich als sog. Bildungsregion bezeichnet, muss Bildung auch für alle möglich sein – unabhängig vom Einkommen.

Hinzukommt, dass der Landkreis Holzminden ohne diese Maßnahme vermutlich weitere Schülerinnen und Schüler an den Nachbarlandkreis Hameln-Pyrmont verlieren wird, der den Preis der teuersten Monatskarte für den Landkreis Hameln-Pyrmont zum Jahresbeginn 2017 um 75 Euro auf 35 Euro monatlich senkt.

Antrag des Kreiselternrats zur Einrichtung einer Arbeitsgruppe Schulqualität

Der Kreiselternrat Holzminden hat für die erste Schulausschusssitzung des neuen Kreistags folgenden Antrag eingereicht:

Der Landkreis Holzminden richtet unter Federführung des Bildungsbüros eine Arbeitsgruppe zum Thema Schulqualität ein. An dieser Arbeitsgruppe nehmen Politiker aller Parteien und aller Ortschaften teil, in denen Schulen vorgehalten werden, sowie Mitglieder der Verwaltung, Schulleiterinnen und Schulleiter der Schulen, Elternvertreter und Schülerinnen und Schüler. Sollte eine einzige Arbeitsgruppe zu groß werden, werden mehrere Arbeitsgruppen, z. B. aufgeteilt in Grundschulen und weiterführende Schulen, eingerichtet und die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen später zusammengefasst. Ziel ist, die Schulqualität im Landkreis trotz knapper Ressourcen auf Dauer zu erhalten.

Stellungnahme des Kreiselternrats zur Elternbefragung in der Stadt Holzminden

Vorbereitung einer Elternbefragung – Einrichtung einer Schule im Sekundarbereich I am Standort Billerbeck in der Stadt Holzminden
Stellungnahme des Kreiselternrats

Der Kreiselternrat Holzminden gibt für die Elternbefragung für die Einrichtung einer Schule im Sekundarbereich I am Standort Billerbeck in der Stadt Holzminden folgende Empfehlung:
Die Erziehungsberechtigten im Stadtgebiet Holzminden und die Erziehungsberechtigten im Kreis Holzminden werden mit zwei unterschiedlich gestalteten Fragebögen zur Einrichtung einer Schule im Sekundarbereich I am Standort Billerbeck in der Stadt Holzminden befragt.

Die Erziehungsberechtigten im Kreis Holzminden der 1. bis 3. Grundschuljahrgänge und des letzten Kindergartenjahrgangs werden befragt, ob sie ihr Kind an eine neu einzurichtende IGS in der Stadt Holzminden schicken würden.

Die Erziehungsberechtigten  der 1. bis 3. Grundschuljahrgänge und des letzten Kindergartenjahrgangs im Stadtgebiet Holzminden werden befragt, ob sie ihr Kind an eine neu einzurichtende IGS in der Stadt Holzminden oder an eine neu einzurichtende OBS (bzw. an die bestehende Haupt- oder Realschule oder das Gymnasium) schicken würden. Im Fragebogen sollten nur die Erziehungsberechtigten, die für eine IGS gestimmt haben, zusätzlich gefragt werden, an welche Schule sie ihr Kind schicken würden, käme die Einrichtung einer IGS nicht zustande: an eine neu einzurichtende Oberschule, an eine Haupt- oder Realschule oder ans Gymnasium.

Begründung:

Die Vorlage 192/2014-1 zum Schulkonzept für den Landkreis Holzminden, der der Kreistag am 8. Dezember 2014 mehrheitlich zugestimmt hat, sieht Folgendes vor:

HS/RS in Holzminden
Die Haupt- und Realschule Holzminden bleiben zunächst bestehen. Über die künftige Schulform wird nach einer erneuten Elternbefragung zur IGS in 2016 entschieden.“

Dieses Schulkonzept für den Landkreis ist der grundlegende Beschluss des Kreistags für die Schulen im Landkreis und wurde am 20.04.2015 noch einmal durch den Kreistagsbeschluss zum Schulkonzept Sekundarbereich Stadt Holzminden (Vorlage 185/2015) folgendermaßen konkretisiert:

„(…) Die Johannes-Falk-Schule (Hauptschule) und die Dr.-Jasper-Realschule ziehen ebenfalls bis spätestens 01.08.2018 an den Standort Billerbeck. Dort soll aus der Johannes-Falk-Schule und der Dr.-Jasper-Realschule nach einer Elternbefragung 2016/2017 eine Sekundarschule (Haupt-, Real-, Oberschule oder IGS) entstehen. (…)“

In der gleichen Vorlage wird zudem noch einmal der Ratsbeschluss der Stadt Holzminden aufgeführt, die sich in einer Höhe von bis zu 4 Millionen Euro am sog. Schulringtausch beteiligt: Der Ratsbeschluss besagt Folgendes:

„(…) Der Schulstandort Billerbeck wird für die Haupt- und Realschule mit der Perspektive für eine Gesamtschule geordnet, saniert und mit einem Neubau versehen. Dieses Gesamtpaketlösung wird mit maximal 4 Mio. € von der Stadt Holzminden gefördert, (…)
Daher ist der Kreiselternrat der Ansicht, dass eine Befragung der Erziehungsberechtigten zur Schulform der Schule im Sekundarbereich I am Standort Billerbeck sowohl die Schulform Oberschule als auch die Schulform IGS umfassen muss.

Der Kreis Holzminden kann für eine IGS am Standort Holzminden nach Ansicht des Kreiselternrats gem. § 5 der Verordnung für die Schulorganisation in Niedersachsen nicht allein den Stadtbereich Holzminden als Einzugsbereich festlegen, da die IGS – würde sie tatsächlich eingerichtet – die einzige Schulform dieser Art im Landkreis wäre und daher Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Landkreis aufnehmen müsste. Der Einzugsbereich einer IGS im Stadtgebiet Holzminden wäre somit der gesamte Landkreis, so dass sich auch eine Befragung der Erziehungsberechtigten zur Schulform IGS in Holzminden ebenfalls auf den gesamten Landkreis erstrecken müsste (siehe auch die vom Kultusministerium veröffentlichten „Hinweise für Schulträger zur Einrichtung von IGS in Niedersachsen“). Das wäre zudem sinnvoll, da die Schülerzahlen im Stadtbereich Holzminden nicht allein ausreichend für die Einrichtung einer IGS wären.

Da jedoch immer auch in Betracht gezogen werden muss, dass die Einrichtung einer IGS scheitern könnte, weil auch die Ergebnisse einer kreisweiten Elternbefragung die erforderlichen Schülerzahlen für eine IGS (96 pro Jahrgang) u. U. nicht ergeben könnten, ist es sinnvoll, an die Erziehungsberechtigten im Stadtgebiet einen gesonderten Fragebogen zu verschicken, der neben der Abfrage der unterschiedlichen Schulformen eine weitere Frage exklusiv für diejenigen Erziehungsberechtigten beinhaltet, die die Schulform IGS angekreuzt haben. Sie werden explizit noch einmal gefragt, an welche Schulform sie ihr Kind schicken würden, käme die Einrichtung einer IGS nicht zustande. Dort wiederum würde erneut die OBS als neue Schulform abgefragt.

 

Stellungnahme des Kreiselternrats zur Aufhebung der 10. Klasse an der Münchhausenschule Bodenwerder

Aufhebung der 10. Klasse an der Münchhausenschule Bodenwerder – Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen – gem. § 106 Nieders. Schulgesetz (NSchG)

Stellungnahme des Kreiselternrats

Der Kreiselternrat Holzminden spricht sich für eine Aufhebung der kommenden 10. Klasse an der Münchhausenschule – Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen – aus. Für die darauf folgenden Jahrgänge ist zu prüfen, ob eine Zusammenlegung mit der Förderschule Deensen dazu führen würde, dass sich die Klassenstärken so vergrößern, dass die Münchhausenschule bis zu ihrem Auslaufen als Förderschule erhalten werden kann, sollte dies der Wunsch der Erziehungsberechtigten sowie der Schülerinnen und Schüler an der Förderschule sein. Auf diese Weise würde sich zugleich die Unterrichtsversorgung an den Förderschulen im Landkreis verbessern.

Begründung:
Die Aufhebung der kommenden 10. Klasse an der Münchhausenschule – Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen – und der damit verbundene Wegfall der derzeitigen 10. Förderschulklasse an der Schule am Hagedorn Deensen ist aus folgenden Gründen sinnvoll:

Es ist nicht klar, wie viele der Schülerinnen und Schüler der jetzigen 9. Klassen sich tatsächlich für den Verbleib an der Schule in Jahrgangsstufe 10 entscheiden. Derzeit werden in Klasse 9 in Bodenwerder 3 Schüler beschult, in Deensen 9. Bei einer Zusammenlegung der beiden Klassen an die FS Bodenwerder wäre derzeit rein rechnerisch zwar die Einzügigkeit gegeben. Doch ist zu befürchten, dass
a) nicht alle Schülerinnen und Schüler den Hauptschulabschluss an der Förderschule anstreben und doch nach Klasse 9 abgehen und
b) bei einer Verlegung der 10. Klasse nach Bodenwerder ebenfalls Schüler „abspringen“ könnten, z. B. weil sich für sie der Schulweg verlängert.

Es gibt mit dem Berufsvorbereitungsjahr an der Georg-von-Langen-Schule – BBS Holzminden – eine sehr gute Alternative. Im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) können die Schülerinnen und Schüler ebenfalls ihren Hauptschulabschluss machen. Die BBS sind schon seit Langem auf Schülerinnen und Schüler von den Förderschulen eingestellt, u. a. weil die Anne-Frank-Schule – Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen – in Holzminden kein 10. Schuljahr vorhält und die Schülerinnen und Schüler von dort häufig an die BBS wechseln, um dort im Rahmen des BVJs ihren Hauptschulabschluss zu erwerben. Die BBS sagen selbst auf ihrer Website, dass das BVJ für Schülerinnen und Schüler ohne HS-Abschluss mit besonderem Förderbedarf und für Schüler, die aufgrund einer Lernschwäche das Ziel einer weiterführenden Klasse nicht erreichen werden geeignet ist.

Hinzukommt: Auch nach dem Abschluss der 10. Klasse besuchen bislang viele Schülerinnen und Schüler der Förderschulen die BBS und machen dort ein BVJ. Würden sie das BVJ bereits nach Klasse 9 besuchen, könnten sie dort ihren Hauptschulabschluss erwerben und im Anschluss u. U. noch die Berufseinstiegsklasse besuchen, die die Ausbildungsfähigkeit fördert. Wechseln Schülerinnen und Schüler bereits nach Klasse 9, gewinnen sie ein Jahr und bräuchten den Stoff der 10. Klasse im BVJ nicht noch einmal wiederholen.
Ein weiterer Punkt, der für die Aufhebung der kommenden 10. Klasse spricht: Die Schülerinnen und Schüler der derzeitigen Klasse 9 aus Deensen müssten bei einer Zusammenlegung in Klasse 10 mit den jetzigen Schülerinnen und Schülern aus der Klasse 9 der Münchhausenschule ihre Schule wechseln. Nach Klasse 10 stünde dann ein erneuter Schulwechsel an. Denn unabhängig davon, ob die Schülerinnen und Schüler im Anschluss an Klasse 10 eine berufliche Ausbildung beginnen oder sich für ein BVJ entscheiden – sie werden dann an einer berufsbildenden Schule (vermutlich an der Georg-von-Langen-Schule Holzminden) unterrichtet. Das würde für die Schülerinnen und Schüler der FS Deensen zwei Schulwechsel in zwei Jahren mit jeweils neuen Lehrkräften, einer neuen Umgebung und neuen Mitschülern bedeuten. Bei einem sofortigen Wechsel an die BBS Holzminden (oder eine BBS außerhalb des Landkreises) stünde nur ein Schulwechsel mit all den Problemen, die dieser mit sich bringen kann, an.

Nicht zuletzt würde sich durch den Wegfall des kommenden 10. Jahrgangs an der Münchhausenschule Bodenwerder und der FS Deensen die Unterrichtsversorgung an diesen Schulen verbessern, da Lehrkräfte frei würden, die für die 10. Klassen bereitgestellt werden müssten. Da die Unterrichtsversorgung an den FS im Landkreis (wie auch im gesamten Land Niedersachsen) aufgrund fehlender Förderschullehrkräfte problematisch ist, würde ein Wechsel des kommenden 10. Jahrgangs an die BBS sowohl den unteren Klassen an den FS, aber auch den kommenden 10. Klassen selbst zugute kommen. Die unteren Klassen hätten eine bessere Unterrichtsversorgung, die kommenden 10. Klassen könnten an den BBS (wo die Unterrichtsversorgung vergleichsweise gut ist) ohne wesentlichen Schulausfall besser auf ihren Hauptschulabschluss vorbereitet werden.

Weiterhin ist jedoch von der Verwaltung sowie der Münchhausenschule und der FS Deensen zu prüfen, ob für alle weiteren Jahrgänge nicht ohnehin eine Zusammenlegung der beiden Förderschulen sinnvoll wäre. Einerseits um die Förderschulen erhalten zu können, sollte dies der Wunsch der Erziehungsberechtigten sowie der Schülerinnen und Schüler an den Förderschulen sein, andererseits um die Unterrichtsversorgung für die Förderschüler insgesamt zu verbessern.

Der Kreiselternrat ist an allem schuld

Im neuen Wahlprogramm der Grünen Holzminden findet man unter anderem folgende Aussage:

Die Planungen der Kreisverwaltung und des Kreiselternrates, sowie einzelner Parteien für eine Auflösung der kleinen Schulstandorte in Bevern, Eschershausen und Delligsen wird als Schwächung des ländlichen Raums abgelehnt. Stattdessen soll investiert werden.

Das ist irritierend, denn am Runden Tisch Schule, der diesen Vorschlag gemacht hat, saßen neben dem Kreiselternrat und der Kreisverwaltung Mitglieder aller (und nicht nur einzelner) im Holzmindener Kreistag vertretenen Parteien mit Ausnahme der Linken, die nur ein Mitglied im Kreistag hat, und der Grünen, die die Teilnahme mit dem Argument ablehnten, es habe sich nicht um ein demokratisch gewähltes Forum gehandelt. Das stimmt natürlich, aber der Runde Tisch Schule hatte auch keine Entscheidungskompetenz und konnte deshalb auch keine „Planungen“ aufstellen, wie die Grünen nun suggerieren. Er konnte nur Vorschläge machen, was er genau so vermittelt hat.

Jetzt also warnen die Grünen im Wahlprogramm vorm Kreiselternrat und seinen „Planungen“ und sagen, „stattdessen soll investiert werden“. Fragt sich nur, wovon. Und warum hat die Gruppe aus Rot-Grün, die die letzten fünf Jahre die Mehrheit im Kreistag hatte, nicht schon längst investiert? Bei rd. 60 Millionen Investitionsbedarf an den weiterführenden Schulen im Landkreis wäre es schön gewesen, man hätte bereits irgendwo angefangen.

Interessant ist im Übrigen auch, dass auch andere Parteien so tun, als sei es der Kreiselternrat gewesen, der die Vorschläge des Runden Tisches gegen den Willen der Politik durchgeboxt habe. Das stimmt nicht – die Politiker am Runden Tisch Schule haben den Vorschlägen zugestimmt. Sie hätten sie auch ablehnen können, sie hatten die freie Wahl. Niemand hat ihnen die Pistole auf die Brust gesetzt, niemand hat sie bedroht oder gefoltert, damit sie die Vorschläge des Runden Tisches Schule annehmen. Es war ihr freier Wille. So viel also dazu, der Kreiselternrat sei an allem schuld.

Arbeitsmaterialien: Leitlinien des Kreisausschusses für die allgemein bildenden Schulen im Landkreis

Der Kreisausschuss hat schon vor 6 Jahren, am 26. April 2010, Leitlinien für die allgemein bildenden Schulen im Landkreis beschlossen. Darin finden sich unter anderem Mindestschulgrößen, aber auch Leitlinien zu Ganztagsschulen und maximale Fahrtzeiten zu den Schulen. Wen diese Leitlinien interessieren, die sich die Landkreispolitik selbst gegeben hat und nach denen sie sich richten soll, findet sie hier zum Download: Leitlinien für das allgemein bildende Schulwesen im Landkreis Holzminden